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Saarländischer Rundfunk

Filme am Mittwoch

Vier Filme aus dem Langfilmwettbewerb werden am Mittwoch gezeigt. "Ummah - Unter Freunden", "Fünf Jahre Leben", "Kaptn Oskar" und "Talea" feiern alle ihre Uraufführung in Saarbrücken. SR-online hat sich die Filme vorab angesehen und rezensiert.


Szene aus dem Film Szene aus dem Film

Ummah – Unter Freunden

Regie: Cüneyt Kaya
Deutschland 2012
Länge: 120 Minuten
Uraufführung

Daniel arbeitet beim Verfassungsschutz. Als er zwei Skinheads erschießt, ändert sich alles. Er will aussteigen, doch der Verfassungsschutz lässt ihn nicht gehen. Als Kompromiss taucht er für einige Monate in Berlin-Neukölln unter, einem von Ausländern muslimischen Glaubens geprägten Kiez. Ganz allmählich schließt er Freundschaft mit dem Araber Abbas, der in seinem Laden Gebrauchtwaren verkauft. Daniel taucht immer tiefer in Abbas' Kultur ein und wird von immer mehr Menschen akzeptiert. Dabei muss Abbas viele Vorurteile von Mitgliedern seiner Gemeinschaft gegen den Deutschen abbauen. Doch der Verfassungsschutz, der politisch im Kreuzfeuer steht, will Daniels neue Freundschaften für ein Ablenkungsmanöver ausnutzen.

Regisseur Cüneyt Kaya blendet die typischen Klischees wie Kopftuchzwang und Terrorismus nicht aus, zeigt aber die Werte der islamischen Kultur, die ihm wichtig sind. Über Daniel erlebt der Zuschauer die grundsätzliche Wertschätzung und den Respekt gegenüber dem anderen, die Bedeutung der Familie und die Wärme im Umgang miteinander. Cüneyt Kayas Film erzählt diese Geschichte nicht immer stringent, manche Figuren kommen viel zu selten vor, um ihnen wirklich nahe zu kommen. Wenn man den etwas langatmigen Anfang überstanden hat, erlebt man - vor allem durch das Spiel der Hauptdarsteller Frederick Lau, Kida Khodr Ramadan und Burak Yigit - wunderbare Momente der Annäherung. 

Termine: Mittwoch, 23. Januar, 19.30 Uhr, CineStar1; Donnerstag, 24. Januar, 10.00 Uhr, CineStar4; Freitag, 25. Januar, 12.00 Uhr, CineStar4; Sonntag, 27. Januar, 10.30 Uhr, CineStar1.


Szene aus dem Film Szene aus dem Film

Fünf Jahre Leben

Regie: Stefan Schaller
Deutschalnd 2012
Länge: 93 Minuten
Uraufführung

Jeder Deutsche kennt die Geschichte des Deutsch-Türken Murat Kurnaz, der im US-amerikanischen Gefangenenlager Guantanamo inhaftiert war. Weil er nach Pakistan reist, gerät er unter Terrorismus-Verdacht. Er wird gefoltert, doch er gibt kein falsches Geständnis ab.

Regisseur Stefan Schaller will mit „Fünf Jahre Leben“ nicht die Schuldfrage stellen, sondern vom Scheitern eines Rechtsstaats erzählen. Die Kamera führte in Schallers Langfilmdebüt Armin Franzen, dessen Bildsprache beim Ophülsfestival schon oft zu sehen war:  Im Flüchtlingsdrama „Die Farbe des Ozeans“ , im herzerfrischenden Kurzfilm „Die Blaue Periode“ sowie in „Futschikato“.

Termine: Mittwoch, 23. Januar, 19.00 Uhr, CineStar3; Donnerstag, 24. Januar, 11.00 Uhr, CineStar1; Freitag, 25. Januar, 15.00 Uhr, CineStar4; Sonntag, 27. Januar, 10.45 Uhr, CineStar3.


Szene aus dem Film Szene aus dem Film

Kaptn Oskar

Regie: Tom Lass
Deutschland 2012
Länge: 78 Minuten
Uraufführung

Oskars Freundin Alex, eine Frau der härteren Sorte, zündet Oskars Wohnung an. Er lebt fortan in einem Kellerloch und hat Angst vor den Frauen. Doch dann trifft er Masha, auf die er sich nach und nach einlässt. Doch ob diese Beziehung verspricht, was sie hält?

Sehr viel mehr ist über den Inhalt von Tom Lass zweitem Langfilm „Kaptn Oskar“ nicht zu sagen; was auch daran liegt, dass er wie bei seinem 2011 im Ophüls-Wettbewerb gelaufenen Debüt „Papa Gold“ wieder ein Drehbuch zugrunde legte, das gerade mal eine halbe Seite füllt. Mit minimalem Budget und einem Team aus Überzeugungstätern ist Tom Lass dennoch ein glaubhafter Langfilm gelungen. Im SR-Interview gab ein sympathischer Regisseur und Hauptdarsteller vor zwei Jahren als Motivation fürs Filmemachen an, im wahren Leben würde er keine tollen Frauen abbekommen; deshalb habe er mal einen Film machen wollen, in dem er sie alle kriegt. Auch in „Kaptn Oskar“ geht es für den Protagonisten richtig rund mit den Frauen. Wer sich noch an „Papa Gold“ erinnert: „Kaptn Oskar“ ist ähnlich erfrischend schräg, zuweilen komisch und tatsächlich filmisch ein bisschen gereift.

Termine: Mittwoch, 23. Januar, 21.45 Uhr, CineStar3; Donnerstag, 24. Januar, 20.00 Uhr, Filmhaus; Freitag, 25. Januar, 13.00 Uhr, CineStar1; Sonntag, 27. Januar, 18.00 Uhr, CineStar2.


Szene aus dem Film Szene aus dem Film

Talea

Regie: Katharina Mückstein
Österreich 2012
Länge: 70 Minuten
Uraufführung

Jasmin wächst in einer Pflegefamilie auf und hat Stress mit der Tochter der Familie. Ihre leibliche Mutter Eva hat ihre Gefängnisstrafe abgesessen. Nach einem Streit überredet Jasmin Eva, mit ihr wegzufahren. Eva kann mit den Annäherungsversuchen ihrer Tochter nicht viel anfangen. In der Pension in der sie übernachten geht sie ein Verhältnis mit dem Besitzer ein. Jasmin hat Angst, dass die gerade begonnene brüchige Beziehung zu ihrer Mutter gefährdet ist. Als es zum Eklat kommt, trifft Eva die richtige Entscheidung. Und Jasmin lernt, ihr Glück selbst in die Hand zu nehmen.

„Talea“ ist ein ruhig erzählter Film mit guter Besetzung in den drei Hauptrollen. Nina Proll spielt den Konflikt von Eva, für die ihr Kind eine Fremde ist, genauso überzeugend wie Sophie Stockinger die unerfüllten Sehnsüchte von Jasmin. Regisseurin Katharina Mückstein gelingt es, die unterschiedlichen Bedürfnisse von Mutter und Tochter sensibel in Szene zu setzen.

Termine: Mittwoch, 23. Januar, 22.30 Uhr, CineStar1; Donnerstag, 24. Januar, 20.45 Uhr, CineStar4; Freitag, 25. Januar, 17.30 Uhr, Filmhaus; Sonntag, 27. Januar, 11.00 Uhr, Filmhaus.


(Sabine Janowitz)

Letzte Aktualisierung: 24.01.2013 - 15:03:05 Uhr (CET)
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