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Grafik Max Ophüls Preis (Foto: SR)
Saarländischer Rundfunk
Impressionen Max Ophüls Preis (Foto: Jens Gerlach)

Auftakt zu den SR-Mitternachtstalks

Während des Festivals werden an jedem Abend vier Filme bei den SR-Mitternachtstalks ausführlich mit Regisseuren, Darstellern und anderen Beteiligten besprochen. Den Auftakt machten „Trapped“, „Nemez“, „Ein schmaler Grat“ und „Der Glanz des Tages“.

(23.01.2013) „Wir machen einfach mal…“, dachten sich Regisseur Philippe Weibel und Kameramann Brian D. Goff, als sie bei einem Kneipenbesuch die Idee zu ihrem Film „Trapped“ schufen. Dementsprechend gestalteten sich später auch die Dreharbeiten, wie beide während ihres Talks mit Oliver Hottong am Dienstagabend in der Garage erzählten.

Regisseur Philippe Weibel (rechts) und sein Kameramann  (Foto: Jens Gerlach) Regisseur Philippe Weibel (rechts) und sein Kameramann

Mit einem kleinen Team und ohne Stativ oder Optimierung der Lichtverhältnisse drehten sie in einer Waldkulisse einen Film, den sie bewusst einfach halten wollten. Gleichzeitig sollte das Endergebnis aber kein typischer Genrefilm sein. „Unser Ziel war es einen Film zu machen, der mit Stimmungen spielt und vielen verschiedenen Genres zugeordnet werden kann.“ So bliebe für die Zuschauer ausreichend Interpretationsspielraum. Eine große Rolle spielten für die beiden Schweizer auch die Kameraeinstellungen, über die oftmals spontan entschieden wurde und die teilweise unüblich ausgearbeitet wurden: „Es floss einfach“, so Kameramann Goff.

„Nemez“ - Ein Film von Idealisten

In seinem Film „Nemez“ seien viele Elemente eingeflossen, die er aus seinem eigenen Leben so erfahren hat, erklärte im Anschluss Regisseur Stanislav Güntner: „Vielen Russlanddeutschen geht es so, dass sie in Deutschland als Russe wahrgenommen werden und in Russland als Deutsche.“ 

Regisseur Stanislav Güntner  (Foto: Jens Gerlach) Regisseur Stanislav Güntner

Mit Hauptdarsteller Mark Filatov habe er glücklicherweise den perfekten Schauspieler für diese Rolle gefunden: „Richtiger konnte ich ihn mir nicht vorstellen.“ Und so sei aus seiner Sicht ein „Film von Idealisten“ entstanden, der bewusste poetische Elemente und emotionale Momente einsetze, aber auch mit Klischees spiele. Güntner selbst empfand es als reizvoll, diese in „Nemez“ aufzubrechen. Außerdem, so erklärte er im Talk, sei es bei dieser Thematik wichtig eine spezifische Geschichte zu entwickeln, damit diese dann universell verstanden werden kann.

„Der schmale Grat“ von Regisseur Daniel Harrich

Regisseur Daniel Harrich veranschaulichte anschließend die Dreharbeiten seines mit großen Namen besetzten Films „Der schmale Grat“. Es seien sehr lange Takes von bis zu 20 Minuten gedreht worden, das wiederholte Drehen einer Szene sollte vermieden werden. Vielmehr mussten Bildsprache und Ästhetik gegenüber der Performance zurückstecken, da diese „beim Kammerspiel das A und O“ seien.

Regisseur Daniel Harrich  (Foto: Jens Gerlach) Regisseur Daniel Harrich

Mithilfe des Method Acting, bei dem sich die Schauspieler vor den Drehs bewusst voneinander getrennt aufhalten, sei ein „kreativer Flow im Team“ gewachsen. „Wahnsinnig wichtig“ sind für Harrich authentische Umgebungen, was er auch auf seinen Background im Bereich der Dokumentation zurückführt. Als eines der zentralen Themen in seinem Film sieht Harrich die Versuche des Täters an, seinen Opfern eine Mitschuld für seine Taten zu geben. Durch diese „brutale Schuldumkehrtherapie“ kämen auch andere gewichtige Themenfelder wie Traumatisierung oder die Schulddefinition sehr gut zum Tragen.

„Ein wahnsinniges Experiment“ bei „Der Glanz des Tages"

Rainer Frimmel (links) und Schauspieler Philipp Hochmair (rechts) (Foto: Jens Gerlach) Rainer Frimmel (links) und Schauspieler Philipp Hochmair (rechts)

Gemeinsam mit den beiden Hauptdarstellern Philipp Hochmair und Walter Saabel betrat zum Abschluss des Talkabends Rainer Frimmel, Regisseur von „Der Glanz des Tages“ das Podest. Der Film basierte am Anfang nur auf der Idee den eigentlich im Zirkus auftretenden Saabel und seinen jüngeren Kollegen zusammenzuführen, erklärte Frimmel. Die Beiden bekamen für ihre Rollen in der Regel dann auch nur den Leitsatz „Sei du selbst und es wird gut“ vorgegeben.

Ansonsten wurde ihnen freie Hand gelassen. In meist nur einem Take pro Szene sollten die beiden einfach sich selbst spielen. Ein „wahnsinniges Experiment“ so Hochmair, das ihn selbst „an die Grenzen gebracht“ habe. Sein Kollege Saabel fühlte sich hingegen „herrlich frei“. Und gelernt haben die zwei unterschiedlichen Typen auf jeden Fall voneinander, betonten sie unisono. Auch wenn nach Hochmairs Meinung „keiner wusste, wie es ausgeht."

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(Christian Schwarz)

Letzte Aktualisierung: 25.01.2013 - 19:50:46 Uhr (CET)
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