

"Der Glanz des Tages" der Regisseure Tizza Covi und Rainer Frimmel ist der Gewinner des 34. Filmfestivals Max Ophüls Preis. Wie schon im vergangenen Jahr, erhält somit ein Film aus Österreich die begehrte Trophäe. "Scherbenpark" wird mit dem "Fritz-Raff-Drehbuchpreis" ausgezeichnet. Der Publikumspreis geht an "Kohlhaas oder Die Verhältnismäßigkeit der Mittel".
(26.01.2013) Die Gewinner des diesjährigen Filmfestivals Max Ophüls Preis stehen fest. Über 150 Filme wurden im Laufe der vergangenen Woche gezeigt. 16 davon standen zur Wahl für die Auszeichnung des besten Langfilms.
Außerdem konkurrierten zwölf Dokumentarfilme, 23 Kurzfilme und elf mittellange Filme in ihren jeweiligen Kategorien um die begehrten Trophäen. Auch die Kinogänger durften wieder Sternchen für die Filme vergeben und so mitbestimmen, welche Streifen mit den Publikumspreisen ausgezeichnet werden sollen.
Alle Preisträger und die Jury-Begründungen finden Sie in unserer Übersicht.
Rainer Frimmel
DER GLANZ DES TAGES
Regie: Tizza Covi und Rainer Frimmel
Österreich 2012, 90 Minuten
Es sind gewichtige gesellschaftliche Fragen, die der Film DER GLANZ DES TAGES auf poetische wie oft auch tragikomische Weise beleuchtet. Freiheit. Identität. Selbstfindung. Selbstinszenierung. Und vor allem die Möglichkeit, all dies bewusst selbst zu gestalten, abhängig davon, welcher Kindheit man entwachsen ist, oder aus welchem Land man stammt. Gerade in seiner Einfachheit ist es ein besonders mutiger Film.
Die Filmemacher Tizza Covi und Rainer Frimmel vertrauen nämlich mit liebevollem Blick ganz und gar auf ihre Figuren und deren Geschichten. Mehr braucht es nicht. Es ist nicht die große Pose und nicht das laute Experiment. Sie vertrauen auf eine autarke Haltung des Erzählens und sie vertrauen auf die Authentizität des eigenen Schaffens in ihrer unkonventionellen Art des Filmemachens. Tizza Covi und Rainer Frimmel vertrauen somit ganz und gar ihrem Publikum. Und wir sind ihnen sehr gerne gefolgt.
Bettina Blümner
SCHERBENPARK
Regie: Bettina Blümner
Deutschland 2012, 91 Minuten
Den Titel für ihren ersten Roman hat die siebzehnjährige Sascha schon gefunden: „Die Geschichte einer hirnlosen, rothaarigen Frau, die noch leben würde, wenn sie auf ihre kluge Tochter gehört hätte.“ Sascha ist aus Moskau nach Deutschland gekommen und lebt mit ihren beiden jüngeren Geschwistern in einer kleinen Wohnung in der Hochhaussiedlung Scherbenpark. Hier musste sie miterleben, wie der Stiefvater ihre Mutter tötete.
Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Alina Bronsky hat Katharina Kress ein kraftvolles Drehbuch geschrieben, dessen Figuren wunderbar leicht zwischen ungeschönter Tragik und lebensbejahendem Humor oszilieren. Mit bestechendem Timing und präziser Situationskomik erzählt sie glaubwürdig und unterhaltsam von Saschas Kampf gegen die Gespenster der Vergangenheit. Katharina Kress gelingt es eindrucksvoll, die herausfordernde Aufgabe einer eigenständigen Romanadaption zu bewältigen. Den respektlos frechen Ton der Ich-Erzählerin des Romans überträgt sie kongenial in ihr Drehbuch und schafft so eine anrührende und lebendige Filmfigur, die man lange nicht vergessen wird.