
In der Vorweihnachtszeit ist die Spendenbereitschaft so hoch wie sonst nie im Jahr. Das nutzen natürlich Betrüger gerne aus. Auch im Saarland sind derzeit wieder zweifelhafte Spendensammler unterwegs.
(02.12.2012) Die Polizei im Saarland hat vor illegalen Spendensammlern gewarnt. So seien in Dillingen und anderen Städten und Gemeinden Spendensammler angetroffen worden, die mit einem Auto mit ausländischem Kennzeichen unterwegs waren. Die Sammler geben sich z.B. als taub oder stumm aus, um Mitleid zu erregen. Tatsächlich handelt es sich nach Erkenntnissen der Polizei um betrügerische und organisierte Sammlungen. Die meisten derartigen Fälle wurden bisher in der Vorweihnachtszeit vor Einkaufsmärkten registriert.
Die Polizei weist darauf hin, dass Sammlungen üblicherweise von den zuständigen Behörden genehmigt werden müssen. Polizei-Sprecher Georg Himbert sagte im Gespräch mit SR-online: „Wer rechtmäßig sammeln geht, erhält von behördlicher Seite eine Sammelerlaubnis und damit auch einen Ausweis.“ Generell sei besondere Vorsicht immer dann geboten, wenn jemand auf Mitleid setzt. Seriöse Organisationen arbeiteten nicht mit der Mitleidsmasche und würden gefühlsbetonte Spendenwerbung sogar bewusst vermeiden.
„Verplombte Sammelbüchsen können ein Zeichen für seriöses Sammeln sein“, so Himbert weiter. Sicher sei dies aber nicht. Gesundes Misstrauen sei in jedem Fall angebracht. Wird ein möglicher illegaler Sammelversuch bemerkt, sollte die zuständige Ortspolizeibehörde in Kenntnis gesetzt werden.
Der Deutsche Spendenrat empfiehlt, sich bei Spenden für zwei bis drei Organisationen zu entscheiden und denen die Spenden dann gezielt zukommen zu lassen. Das Internet sei außerdem eine gute Quelle, um sich über die Organisationen informieren: Hat sie eine seriöse Rechtsform? Werden verantwortliche Personen genannt? Gibt es eine ordentliche Anschrift? Wird etwas über die Verwendung der gesammelten Mittel gesagt? Bei bedenklichen Organisationen finden sich hier schnell kritische Hinweise.
Von Januar bis September 2012 haben die Deutschen rund 2,5 Milliarden Euro gespendet. Damit liegt das private Spendenaufkommen um 5,5 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Während die Gesamtzahl der Spender bisher weiter rückläufig ist, bleibt die Häufigkeit der Zuwendungen stabil. Dies sind Ergebnisse einer aktuellen Analyse der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des Deutschen Spendenrats.