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Saarländischer Rundfunk
Sprachkurse für Ärzte (Foto: dpa) Sprachkurse sollen Ärzten helfen.

„Du haben Schmerz?“

Deutschland braucht Ärzte – da von den Universitäten zu wenige Mediziner kommen, kompensieren viele Krankenhäuser den Mangel mit Ärzten aus dem Ausland. Das Problem: Nicht jeder griechische oder rumänische Doktor spricht fließend Deutsch. Hilfe bietet jetzt das Diakonische Werk mit speziellen Sprachkursen.

(04.04.2013) Es ist ein stetiges Bergauf: „Die Zahl ausländischer berufstätiger Ärzte im Saarland steigt“, so Alfons Vogtel, Geschäftsführer der Saarland-Heilstätten GmbH (SHG), dem größten Krankenhausträger an der Saar, im Gespräch mit SR-online. Im Saarland waren es bis zum 31.12.2012 insgesamt 639 ausländische Mediziner. Bundesweit sind es knapp 25.000. Die meisten Ärzte kommen aus Österreich, Griechenland und Rumänien.

Dabei kristallisiert sich ein Problem heraus, so Vogtel: „Mangelnde Kenntnisse der Deutschen Sprache.“ Und die Sprachschwierigkeiten sind nicht auf einzelne Kliniken beschränkt. „Alle Krankenhäuse haben das Problem“, sagt Vogtel. Allerdings, so der SHG-Geschäftsführer, würde es ohne Mediziner aus dem Ausland nicht mehr funktionieren. Dafür gebe es mehrere Gründe. Zum einen verursache der demografische Wandel erhebliche Probleme. „Die Gruppe derjeniger, die Leistung bringen, wird immer kleiner und die Gruppe, derjeniger, die medizinische Versorgung benötigen, wird immer größer."

Bessere Arbeitszeiten bevorzugt
Der zweite Grund, so Vogtel: „Medizin wird weiblicher.“ So hätten Frauen eine andere Lebensplanung als Männer, gerade in Bezug auf das Kinderkriegen. Ein weiteres Problem sei die Abwanderung von Ärzten und Medizinern in andere Berufszweige mit geregelteren Arbeitszeiten. „Im Krankenhaus wird 365 Tage im Jahr gearbeitet. In der Pharmabranche oder bei Krankenkassen sieht das anders aus.“ 

Dafür kehre sich ein anderer Trend um, sagt Vogtel: „Immer weniger Ärzte gehen ins Ausland.“ Zwar seien in manchen Ländern die Verdienstmöglichkeiten nach wie vor besser, als in Deutschland. Allerdings seien auch die Lebenshaltungskosten höher.

Solide Sprachkenntnisse vorhanden
Martin Horzella vom Diakonischen Werk weist darauf hin, dass es im Rahmen des Bundesprogramms „Deutsch für den Beruf“ nun auch im Saarland berufsbezogene Deutschkurse für Ärzte gibt. „Die Interessenten kommen bereits mit soliden Deutschkenntnissen und bringen auch gute Erfahrungen mit. Da wollen wir ansetzen“, so Horzella. Wer in Deutschland als Arzt arbeiten wolle, der müsse vorher auch einen Sprachtest ablegen. „Das ist Pflicht.“

Vom 1. März bis zum 31. Dezember 2013 absolvieren die Kursteilnehmer 422 Unterrichtsstunden. „Die Mehrzahl der Kursteilnehmer ist bereits beschäftigt. Der Kurs ist ja berufsbegleitend. Wir haben acht Plätze und fünf Anmeldungen. Außerdem sind wir auch weiter mit Kliniken im Gespräch“, betont Horzella.

Dazu setze der Kurs auf möglichst realistische Umgebungen. Anhand von nachgestellten Situationen aus dem Klinikalltag können die Ärzte üben. „Eine Art Rollenspiel“, erklärt Horzella.

(ege)

Letzte Aktualisierung: 04.04.2013 - 21:54:03 Uhr (CEST)
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