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Saarländischer Rundfunk
Brandruine in Völklingen (Foto: SR) Die Ermittlungsergebnisse zur Völklinger Brandserie haben bei vier Fällen einen möglichen Zusammenhang ergeben.

Möglicherweise vier Brände mit rechtsextremem Hintergrund

Staatsanwaltschaft und Polizei haben am Freitag ihre Ermittlungsergebnisse zu der Brandserie in Völklingen bekannt gegeben. Demnach könnten vier Brände einen fremdenfeindlichen Hintergrund haben. Einen Zusammenhang mit der Bekenner-DVD der Zwickauer Terrorzelle sehen die Ermittler aber nicht.

(30.11.2012) Nach rund einem Jahr Ermittlungsarbeit zu möglichen rechtsextremen Hintergründen bei der Völklinger Brandserie haben Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag die Ergebnisse vorgestellt. Danach könnte in vier Fällen ein Zusammenhang bestehen, wie Generalstaatsanwalt Ralf-Dieter Sahm mitteilte. „Ein Serienzusammenhang kommt allenfalls in drei oder vier Fällen in Betracht, und zwar bei den drei Bränden am 5.8.2007 und bei dem Brand am 3.9.2010“, so Sahm. Das seien zugleich auch die einzigen Fälle gewesen, in den Häuser betroffen waren, die ausschließlich von Personen mit Migrationshintergrund bewohnt waren. Hier könne ein fremdenfeindlicher Hintergrund nicht ausgeschlossen werden.

zum Video (Foto: SR) "Ermittlungen nach Brandanschlägen" [Video, aktueller bericht, 30.11.2012, Länge: 3:01 Min.]

Anders sieht es in den übrigen acht Fällen aus: Hier gehen die Ermittler nicht von fremdenfeindlich motivierten Taten aus. In sechs Fällen dürften die Hausbewohner möglicherweise selbst das Feuer gelegt haben, bei zwei Bränden in einem Wettbüro und einer Eisdiele sei auch eine Mafiatat nicht ausgeschlossen.

Kein Zusammenhang mit Bekenner-DVD

Das Auftauchen einer Bekenner-DVD der Zwickauer Terrorzelle in einer Völklinger Moschee bewerten die Ermittler als Zufall. Der Leiter der zuständigen Ermittlungsgruppe „GEG Komplex“, Werner Schwinn, sagte, die Anschrift sei Bestandteil einer umfangreichen Adresssammlung des Zwickauer Trios gewesen. Er sieht aber keinen Zusammenhang zu den Bränden.

Bei der Suche nach einem möglichen Täter der ungeklärten Fälle war ein 24-Jähriger in das Visier der Ermittler gerückt. Der bereits strafrechtlich in Erscheinung getretene Mann war offenbar am Tatort gesehen worden, aber von Freunden mit einem Alibi entlastet worden. Diese hatten ihre Aussage später zurückgezogen. Ob die Vorwürfe allerdings für eine Anklage ausreichen, ist unsicher.

47-köpfige Ermittlungsgruppe

Rund ein Jahr lang hatte eine 47-köpfige Ermittlungsgruppe die zwölf Brandfälle der Jahre 2006 bis 2011 nach einem möglichen Zusammenhang untersucht. Telefon- und Internetverbindungsdaten wurden genauso ausgewertet wie Aufnahmen aus Überwachungskameras. Die Ermittler gingen zudem Hinweisen aus der Bevölkerung nach und befragten erneut die Opfer. Auch ein Profiler aus Bayern war hinzugezogen worden.

(red)

Letzte Aktualisierung: 30.11.2012 - 20:58:10 Uhr (CET)
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