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DFKI Fahrsimulator (Foto: SR)

Das Saarland im Fahrsimulator

Bisher müssen Entwickler die Welt mühsam am Computer nachbauen, wenn sie die Wirklichkeit abbilden möchten. Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz hat ein Verfahren entwickelt, das blitzschnell echte Straßen in einen Fahrsimulator überträgt.

(28.12.2012) Mit einem echten Auto fahren die Wissenschaftler am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken durch die Stadt. Nur - das Auto bewegt sich gar nicht. Es ist an einen Computer angeschlossen, der die Aktionen des Fahrers in einen Simulator übersetzt. Und auch die Welt, durch die die Forscher fahren, ist eine 3D-Welt am Computer. Das besondere daran: sie ist ein millimetergenaues Abbild von wirklichen Straßen, Gebäuden und Pflanzen.

Christian Müller und sein Team am DFKI nutzen einen Laserscanner, der sich in etwa zehn Minuten um die eigene Achse dreht. Dabei erstellt er mit tausenden Messungen ein genaues Profil seiner Umgebung - und schießt auch noch Fotos. Pro Vorgang speichert der Scanner ein Gebiet im Radius von etwa hundert Metern um seinen Standpunkt. Am Computer werden die Messungen und Fotos dann zusammengefügt - es entsteht ein virtuelles Abbild, das der realen Welt bis zu Fußabdrücken im Schnee oder Kaugummipapier auf dem Boden gleicht.

DFKI Fahrsimulator (Foto: SR)

Die wirkliche Welt erfahren

Diese virtuelle Welt übertragen die Wissenschaftler dann in einen selbstentwickelten Fahrsimulator. Testfahrer können darin durch echte Straßen fahren anstatt durch künstliche Umgebungen. Die Forscher hoffen, damit künftig genauere Aussagen über das Fahrverhalten treffen zu können. Das ist zum Beispiel für die Verkehrsplanung sinnvoll. Wenn etwa ein Kreisel eine Ampelschaltung ersetzen soll, könnte man in Zukunft die entsprechende Stelle einfach in den Simulator übertragen und mit Testfahrern überprüfen, ob der Kreisel ihr Vorankommen wirklich beschleunigt.

Es ist auch denkbar, dass Fahrschüler in Zukunft einige Stunden am Simulator fahren, bevor sie im echten Straßenverkehr starten. Sie könnten so in einer geschützten Umgebung erste Fahrversuche machen und dabei gleich die Strecken vor Ort kennenlernen.

Die Technik dafür funktioniert bereits - jetzt müssen nur noch die Straßen eingescannt werden. Bis zur Cebit im März 2013 wollen die Forscher am DFKI schon mal den Campus der Universität Saarbrücken digitalisieren. Messebesucher sollen dort dann im Simulator über das komplette Gelände fahren können.

(Daniel Weiland)

Letzte Aktualisierung: 28.12.2012 - 21:13:37 Uhr (CET)
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