
Im Prozess gegen den mutmaßlichen Heckenschützen von Wallerfangen wird heute das Urteil erwartet. Der Angeklagte wird beschuldigt, 2005 aus dem Hinterhalt auf Beamte bei einer Verkehrskontrolle geschossen und dabei einen Polizisten lebensgefährlich verletzt zu haben.
(04.02.2013) Der Mann war im vergangenen Jahr verhaftet worden. Zuvor hatten seine Frau und seine beiden Kinder, die ihm zunächst ein Alibi gegeben hatten, ihre Aussagen widerrufen. Der 44-Jährige bestreitet die Tat. Sein Verteidiger wird heute auf Freispruch plädieren. Die Aussagen der Ehefrau, sowie seiner Tochter und seines Sohnes zur Tatnacht seien frei erfunden. Sie wollten sich an ihrem Vater beziehungsweise Ehemann rächen.
Die Staatsanwaltschaft hingegen sieht den Angeklagten des versuchten Mordes überführt und wird vor dem Landgericht Saarbrücken eine langjährige Freiheitsstrafe beantragen. Der 44-Jährige hatte zuletzt sein Schweigen gebrochen und sich immer wieder auf Erinnerungslücken berufen. In der Tatnacht habe er in rauhen Mengen Alkohol getrunken. Zwar habe er das Haus noch einmal mit einem Gewehr bewaffnet verlassen, er sei dann aber im Auto vor der Haustür eingeschlafen. Seine Familie jedoch will gehört haben, dass er noch Mal weggefahren ist. Außerdem habe er später die Tat mehrfach indirekt eingeräumt.
Entscheidend für das Gericht ist die Frage der Glaubwürdigkeit von Tochter, Sohn und Ehefrau. Sollte der 44-Jährige verurteilt werden, wird die Verteidigung in Revision gehen.