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ein beschädigtes Adac-Fahrzeug (Foto: dpa)

Kritik am ADAC-Reformplan

Immer neue Enthüllungen haben den ADAC in eine tiefe Krise manövriert. Autoexperte Helmut Becker geht davon aus, dass dies erst die Spitze des Eisberges ist. Den vom ADAC angekündigten Zehn-Punkte-Plan zur Erneuerung des Automobilclubs hält er für wenig zielführend und fordert den Rücktritt von Club-Präsident Meyer.

(08.02.2014) Der Skandal um Deutschlands größten Automobilclub ADAC weitet sich aus. Nach und nach kommen immer neue Details ans Licht. Der saarländische Autoexperte Helmut Becker vom Institut für Wirtschaftsanalyse und Kommunikation in München, einst Chefvolkswirt bei BMW, geht davon aus, dass die bisherigen Enthüllungen erst die Spitze des Eisberges darstellen. „Es drängt sich der Verdacht auf, dass auch zwischen den Herstellern und dem ADAC bei den Automobiltests eine vielzahl von Kungeleien stattgefunden haben“, sagt Becker im Interview mit SR 3 Saarlandwelle.

Den vom ADAC angekündigten Reformplan zur Erneuerung des Clubs bezeichnete Becker zwar als Schritt in die richtige Richtung, letztlich aber als nicht zielführend. Man müsse erst die Ergebnisse der externen Untersuchungen zu möglichen Manipulationen abwarten. Zudem müsste sich der ADAC wieder als Verein aufstellen - ohne angegliedertes Geschäftsunternehmen, das mittlerweile ein Eigenleben führe, so Becker.

Rücktritt von ADAC-Präsident Meyer gefordert

Wie Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer geht auch Becker davon, dass ADAC-Präsident Peter Meyer zurücktreten muss. „Ein grundlegender Neuanfang beim ADAC ist notwendig“, sagt Becker. „Die Situation ist so verfahren, dass mit den herrschenden Köpfen an der Spitze nicht davon ausgegangen werden kann, dass intern nachhaltige Reformen stattfinden. Da muss eine Reform an Haupt und Gliedern stattfinden."

ADAC beschließt Sofortmaßnahmen

Der ADAC hatte am Freitag seinen Zehn-Punkte-Plan zur Erneuerung des ADAC konkretisiert. Alles Etablierte soll auf den Prüfstand gestellt werden. Auch soll eine externe Webseite freigeschaltet werden, auf der ADAC-Mitglieder anonym auf konkrete Missstände hinweisen könnten. Zudem wurde als Sofortmaßnahme unter anderem beschlossen, dass Pannenhelfer keinen Bonus mehr für verkaufte Batterien bekommen und die ADAC-Hubschrauber künftig ausnahmslos zur Luftrettung eingesetzt werden.

(red)

Letzte Aktualisierung: 08.02.2014 - 11:23:59 Uhr (CET)
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