
Vier Männer sind zu Haft- und Geldstrafen verurteilt worden, weil sie den Autobauer Ford um rund 2,5 Millionen Euro betrogen haben. Die Angeklagten hatten zugegeben, fingierte und überhöhte Rechnungen gestellt zu haben.
(21.12.2012) Zwei 64 und 58 Jahre alte Ford-Mitarbeiter müssen wegen Bestechlichkeit und Untreue für jeweils drei Jahre ins Gefängnis, wie das Landgericht Saarbrücken mitteilte. Ein 46-jähriger Ford-Mitarbeiter erhielt ein Jahr Haft auf Bewährung und muss 94.000 Euro Schadensersatz an den Autobauer sowie 10.000 Euro an die Landeskasse zahlen. Ein saarländischer Stahlbauunternehmer wurde wegen Bestechung und Beihilfe zur Untreue zu zwei Jahren Haft auf Bewährung, 250.000 Euro Schadensersatz und Zahlung von 100.000 Euro an die Landeskasse verurteilt.
Das Urteil entsprach damit den Erwartungen. Es hatte zuvor eine Verständigung zwischen Angeklagten, Staatsanwaltschaft und Gericht gegeben, um den Prozess zu verkürzen. Die Männer legten am Freitagmorgen ein Geständnis im Sinne der Anklage ab.
Bei den Verurteilten handelt es sich um einen saarländischen Stahlbauunternehmer und drei Kölner Ford-Mitarbeiter. Der Lebacher Stahlbauunternehmer war für Ford beim Aus- oder Umbau von Produktionsanlagen tätig. Er hatte an Ford überhöhte Rechnungen gestellt, die drei Kölner hatten dann in der Zentrale die Beträge durchgewunken.
Die drei saßen an entscheidenden Stellen, waren zuständig für die Auftragsvergabe. Der Gewinn aus den Scheinrechnungen soll geteilt und in Einzelbeiträgen zurück an die Fordmitarbeiter geflossen sein.
Zwischen 30.000 und 60.000 Euro in bar sollen dabei jeweils über den Tisch gegangen sein. Es könnte aber auch Sachleistungen gegeben haben. Der Unternehmer soll außerdem eine Liste mit korruptionsgeneigten Ford-Mitarbeitern angelegt haben – die Liste soll mit „Fremdarbeiter“ überschrieben gewesen sein.