
Im Saarland ist die Zahl der Zwangsversteigerungen besonders hoch. Zwar gab es im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Rückgang, doch im Bundesvergleich belegt das Saarland einen unrühmlichen dritten Platz. Nur in Sachsen-Anhalt und Sachsen gibt es mehr Versteigerungen.
(18.01.2013) Im vergangenen Jahr sind im Saarland 1.219 Objekte einem Zwangsversteigerungsverfahren unterzogen worden. Wie der Wirtschaftsverlag „Argetra“ berichtet, ist das gegenüber dem Vorjahr zwar ein Rückgang um 4,4 Prozent. Ein Grund zur Freude ist das jedoch nicht, denn: bundesweit gab es einen Rückgang von 15,7 Prozent.
Ein düsteres Bild zeigt sich im Vergleich der Versteigerungen pro Haushalt. Hier gab es in Sachsen-Anhalt und Sachsen die meisten Versteigerungen, gleich dahinter folgt das Saarland: 250 Versteigerungstermine gab es bezogen auf 100.000 Haushalte. Im Bundesschnitt sind es gerade mal 153 Termine.
| Bundesland | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Sachsen-Anhalt | 318 | 360 |
| Sachsen | 268 | 343 |
| Saarland | 250 | 262 |
| Deutschland | 153 | 181 |
Quelle: Argetra - Verlag für Wirtschaftsinformation
Bundesweit geht die Zahl der Zwangversteigerungen seit Jahren zurück. Waren es 2011 noch 73.000 Versteigerungstermine, so gab es im Jahr 2012 nur noch 61.500. Eine Ursache für den Rückgang ist nach Expertenmeinung das seit der Finanzkrise niedrige Zinsniveau. Es ermöglicht Umfinanzierungen und kann Schuldner entlasten. Auch besteht eine hohe Nachfrage nach Immobilien, so dass Verkäufer eine besonders günstige Situation vorfinden.
Aktuell (Stand 18. Januar) stehen im Saarland rund 260 Objekte zur Zwangsversteigerung.
| Bundesland | 2012 | 2011 | Entwicklung |
|---|---|---|---|
| Saarland | 1219 | 1275 | - 4,4 % |
| Bremen | 653 | 705 | - 7,4 % |
| Hamburg | 249 | 327 | - 23,9 % |
| Deutschland | 61.583 | 73.038 | - 15,7 % |
Quelle: Argetra - Verlag für Wirtschaftsinformation