
Rheinland-Pfalz hat eine mobile Fluglärmmessstation in Betrieb genommen. Grüne und Linke im Saarland begrüßen den Einsatz und fordern die Landesregierung auf, baldmöglichst eine Kooperation mit dem Nachbarland auszuloten, um die Messstation auch im Saarland einzusetzen.
(23.01.2013) Seit Dienstag ist in Rheinland-Pfalz eine mobile Messstation für Fluglärm im Einsatz. Sie soll in den kommenden drei Monaten den Fluglärm auf dem Gelände der Mainzer Universitätsmedizin messen und dann an weiteren Standorten eingesetzt werden.
Denkbar ist nach Angaben einer Ministeriumssprecherin, dass auch der Lärm im Einzugsgebiet der US-Airbases Ramstein und Spangdahlem nahe dem Saarland gemessen wird.
Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken hat Kommunen in Rheinland-Pfalz aufgerufen, sich als Standorte zu bewerben. Die Auswahl treffe dann der „Runde Tisch Lärm“. Zudem hat die Ministerin angekündigt, im März in Abstimmung mit anderen Bundesländern eine weitere Gesetzesvorlage in den Bundesrat einzubringen. Ziel sei es, in einem ersten Schritt bei der Festlegung von Flugrouten sowie von Start- und Landeverfahren einen systematischen Lärmschutz sicherzustellen.
Die Grünen-Fraktion im saarländischen Landtag begrüßt den Einsatz der Messstation. Die Abgeordnete Simone Peter sagte, die saarländische Landesregierung sollte baldmöglichst den Kontakt nach Rheinland-Pfalz aufnehmen, um eine Kooperation bei der Fluglärmmessung auszuloten. „Die Lärmbelästigung durch die Kampfjets im nördlichen Saarland ist enorm. Deswegen wäre es ein erster wichtiger Schritt, die Lärmbelastung vor Ort festzustellen“, sagte Peter.
Darüber hinaus fordert sie die Erstellung eines Gutachtens, mit dem die Auswirkungen von Fluglärm auf die betroffenen Regionen im Saarland festgestellt werden. Es müssten alle denkbaren Maßnahmen ergriffen werden, um eine Verringerung der Anzahl der militärischen Flüge zu erreichen.
Auch die saarländischen Linken fordern, das mit der Messstation im Saarland konkrete Lärmmessungen vorgenommen werden. „Eine ständige Kontrolle der Lärmbelastung für Mensch und Umwelt mit Hilfe einer solchen mobilen Station wäre eine erste Maßnahme. Ebenso müssten Lärmobergrenzen gesetzlich festgeschrieben werden, um den Militärlärm wirksam zu reduzieren“, sagte die Linken-Abgeordnete Barbara Spaniol. Die Belastung sei im Saarland und der Westpfalz deutlich höher als in anderen Militärflug-Zonen.