
Die Asche Verstorbener darf nur auf Friedhöfen und privaten Bestattungsplätzen beigesetzt werden, so will es der Gesetzgeber. Die Piraten halten das für überholt und fordern eine Lockerung des Friedhofszwangs im Saarland. CDU und SPD lehnen dies ab - teilweise.
(20.11.2012) Wenn es um den Umgang mit der Asche von Verstorbenen geht, wollen die Piraten mehr Freiheit. „Es ist klar, dass Asche nicht auf beliebigen Flächen verstreut werden darf, aber warum es verboten sein soll, eine Urne daheim über den Kamin zu stellen, das sehe ich nicht ein“, sagt Andreas Augustin von den Saar-Piraten.
Das größte Zugeständnis des Gesetzgebers an die Feuerbestattung ist eine Urne im Wald. Im so genannten Friedwald in Saarbrücken sind bereits knapp 1300 Urnen bestattet, weitere 2000 Plätze sind reserviert. Den Piraten geht das allerdings nicht weit genug.
CDU lehnt ab
Für die CDU-Landtagsfraktion ist das Aufstellen einer Urne zu Hause nicht machbar. Der gesundheitspolitische Sprecher der Union, Tobias Hans, sieht dabei die Würde des Verstorbenen verletzt. „Was passiert, wenn der, der den Toten bestattet hat, sein Haus verkauft oder was passiert mit einem Hauskäufer, der dann plötzlich feststellt, dass er vielleicht drei Generationen von Verstorbenen in seinem Garten liegen hat?"
In Frankreich und Luxemburg ist das Ausstreuen von Asche erlaubt und wird auch von saarländischen Bestattern angeboten. In „Gärten der Erinnerung“ wird die Asche ausgestreut, teilweise anonym. Dass diese Praxis sogar günstig ist, darauf kommt es den Piraten gar nicht an. „Hier geht es darum, den letzten Willen des Verstorbenen zu berücksichtigen“, versichert Augustin.
SPD kompromissbereit
Solange es nur um das Ausstreuen der Asche geht, zeigt sich auch die Saar-SPD gesprächsbereit. Einzige Bedingung für die gesundheitspolitische Sprecherin Gisela Kolb: „Asche verstreuen, aber nur auf begrenzten Feldern.“ Bereits Anfgang kommenden Jahres will sich der Landtag voraussichtlich mit dem Bestattungsrecht des Saarlandes befassen.