
Jean-Claude Juncker hört zum Jahreswechsel als Chef der Eurogruppe auf. Als Kandidat für die Nachfolge gilt auch Wolfgang Schäuble.
(04.12.2012) Seinen Rückzug hatte der 57-jährige luxemburgische Regierungschef am späten Montagabend nach einem Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel angekündigt. Er habe die Runde gebeten zum Ende des Jahres oder für Januar, einen Nachfolger zu suchen. Als potenzielle Nachfolger gelten Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble oder auch sein französischer Kollege Pierre Moscovici.
Eigentlich wollte Juncker schon im Sommer gar keine vierte Amtszeit mehr antreten. Er hatte seine Amtsmüdigkeit schon zu Jahresbeginn deutlich gemacht. Zu sehr hatten ihn die nervenraubenden Nachtsitzungen, der Druck der Finanzmärkte und der Streit zwischen den Euroländern zermürbt. Aber die Suche nach einem Nachfolger ist schwierig angesichts der Spannungen zwischen den Euro-Ländern. Künftige Krise auf den Finanzmärkten soll eine europäischen Bankenaufsicht schon früh erkennen und begegnen.
Wie sie aussehen könnte, darüber verhandeln am Dienstag in Brüssel die EU-Finanzminister. Krisengeschüttelte spanische Banken erhalten in der kommenden Woche knapp 40 Milliarden Euro. Das bestätigte die Eurogruppe in ihrer Sitzung in Brüssel. Im Gegenzug müssen die vier nutznießenden Großbanken eine radikale Schrumpfkur durchmachen und tausende Stellen abbauen. Zypern kann auf zehn Milliarden Euro für seine maroden Banken hoffen.
Die Eurogruppe beriet am Abend in Brüssel, wie nach der Weichenstellung zur Griechenland-Rettung der überschuldete Nachbarstaat aufgefangen werden soll. Eine Entscheidung wurde aber auf den 13. Dezember vertagt - bis dahin sollen sich die Troika-Experten mit der Regierung in Nikosia über die Auflagen und den genauen Finanzierungsbedarf einigen.