
Die Saarländer haben offenbar kein großes Vertrauen in ihre Krankenhäuser. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest der MLP-Gesundheitsreport 2012/2013. Die Saarländische Krankenhausgesellschaft bezeichnet die Ergebnisse als "haarsträubenden Unsinn".
(23.01.2013) Die Qualität ihrer Krankenhäuser wird von den Saarländern eher schlecht bewertet. Nur 29 Prozent der Saarländer haben von ihren Krankenhäusern „einen guten Eindruck“. Das ist der niedrigste Wert bundesweit. Am positivsten äußern sich Befragte aus Hessen (57 Prozent) und Sachsen-Anhalt (51 Prozent).
Der „MLP Gesundheitsreport“ ist eine repräsentative Studie, die im Auftrag des unabhängigen Finanz- und Vermögensberaters MLP von dem Institut für Demoskopie Allensbach erstellt wurde. Dafür wurden rund 2.100 Bundesbürger und mehr als 500 Ärzte befragt.
Obwohl das Vertrauen in die generelle Leistungsfähigkeit des Gesundheitswesens sehr hoch ist, sehen Bevölkerung und Ärzte laut Studie Einbußen bei der Versorgungssicherheit.
57 Prozent der Befragten klagten über Zeitmangel von Ärzten. Dieser Wert hat sich seit Mitte der neunziger Jahre nahezu verdoppelt (1995: 31 Prozent). Jeder Zweite hält das Pflegepersonal für überfordert, lobt aber die Hilfsbereitschaft des Pflegepersonals (74 Prozent). Positiv bewertet wird von den Befragten die gute Ausstattung der Krankenhäuser (57 Prozent).
Aus Sicht der befragten Ärzte müssten beim Pflegepersonal vor allem die Arbeitsbedingungen verbessert werden. Das gaben 71 Prozent der Ärzte an. Zudem erwartet jeder zweite Arzt im Krankenhaus allgemeine Qualitätseinbußen in den nächsten Jahren. 56 Prozent der Mediziner sehen einen Ärztemangel in Deutschland (2010: 46 Prozent). Mehr als jeder fünfte Arzt rechnet in den nächsten Jahren damit.
Als „haarsträubenden Unsinn“ hat der Vorsitzende der Saarländischen Krankenhausgesellschaft, Alfons Vogtel, die Ergebnisse des Gesundheitsreport bezeichnet. Die Bewertung von Krankenhäusern war lediglich ein Bestandteil der Studie.
„Heruntergebrochen auf die Größenordnung unseres Landes“, so Vogtel, habe man also im Saarland rund 25 Bundesbürger - keine Patienten - befragt und komme dann „zu dieser absonderlichen Schlussfolgerung.“. Diese stehe in krassem Widerspruch zu der im Dezember 2012 veröffentlichten, bislang größten Patientenbefragung in Deutschland, die über einen Zeitraum von 12 Monaten von AOK, Barmer GEK und der „Weissen Liste“, einem gemeinsamen Projekt der Bertelsmann Stiftung und der Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen, durchgeführt wurde.