
Die Fluggesellschaft OLT Express Germany hat den Flugbetrieb eingestellt. Das betrifft auch den Flughafen Saarbrücken. Die Verbindung nach München fällt weg. Was bedeutet das jetzt für Ensheim? Die Politik ist mehr oder weniger ratlos.
(28.01.2013) OLT Express Germany ist pleite, das Ziel München aus dem Flugplan des Saarbrücker Flughafens gestrichen. Dabei sollte durch OLT als Partner in Ensheim alles besser werden. Was jetzt wird, weiß keiner so genau. Manche Politiker deuten bereits an, der Flughafen Saarbücken könnte entbehrlich sein. Der Grünen-Vorsitzende Hubert Ulrich sagte, ein Flughafen in der Region reiche. Er spielt damit auf Zweibrücken an. Welcher der beiden Airports geschlossen werden könnte, das sagt Ulrich allerdings nicht. Klarere Worte findet Jasmin Maurer von den Piraten. Sie erklärte, sie könne auf Ensheim verzichten.
Die Hoffnung liegt dennoch weiterhin auf einer Kooperation mit Zweibrücken. Aber auch dann können kaum Kosten eingespart werden. Die Infrastruktur in Saarbrücken muss so oder so beibehalten werden. Höchstens bei Management und Marketing gibt es noch Einsparpotenzial, so Klaus Meiser von der CDU.
Der saarländische Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Barke bezeichnete das Aus für die Fluggesellschaft OLT als „Entscheidung des Marktes“. Es sei bedauerlich, dass die Airline nicht die notwendige Basis gehabt habe, um einen dauerhaften Flugbetrieb aufrecht zu erhalten. Bereits die Einstellung einzelner Strecken vor einigen Wochen habe deutlich gemacht, dass das Unternehmen seine Verbindungen offenbar nicht kostendeckend betreiben konnte. Auch habe es Defizite bei der Kundennachfrage gegeben.
Der Flugmarkt stehe derzeit europaweit unter Druck. Trotzdem gibt sich Barke zuversichtlich, „mittelfristig starke Partner“ für den Flughafen Saarbrücken gewinnen zu können. Daher sei auch eine neue Geschäftsführung am Flughafen eingesetzt worden. Diese werde sich jetzt „zielstrebig um die Beseitigung der Defizite am Airport Saarbrücken kümmern“. Die Landesregierung halte am Ziel fest, diesen mit zusätzlichen Angeboten zu stärken.
Der Flughafenchef Thomas Schuck blickt schon mal nach vorne. Er will nun ausloten, welche Potenziale es im Einzugsberich gibt. Dazu sollen 10.000 Unternehmen kontaktiert werden, um die Reisewünsche ab Saarbrücken abzufragen. Danach stehen Gespräche mit den Fluggesellschaften an. Möglicherweise könnte das mehr Charter-Flüge für Ensheim bedeuten. Die Reisebüros würden diese Entwicklung begrüßen, denn Linienflüge werden nur selten über sie gebucht.
OLT hatte am Sonntag mitgeteilt, dass das Sanierungskonzept gescheitert sei. Die notwendige Zustimmung des Anteilseigners Panta Holdings, der das finanziell angeschlagene Unternehmen im August 2012 gekauft hatte, sei ausgeblieben. Somit sei man nicht mehr in der Lage, wirtschaftlich erfolgreich zu agieren.
Ab Saarbrücken hat die Fluggesellschaft zuletzt bis zu zweimal täglich München angeflogen. Welche Folgen die Aufgabe für die Werft der Contact Air in Saarbrücken hat ist noch unklar. Dort sind rund 100 Mitarbeiter beschäftigt, die die OLT Maschinen warten.
Seit Oktober 2012 hatte OLT Express Flüge ab Saarbrücken angeboten. Neben München zunächst auch nach London, Hamburg und Wien - diese Strecken waren bereits Mitte Dezember eingestellt worden.