
Mit Püttlingen und Bous unterhalten zwei saarländische Kommunen eine Partnerschaft zu Städten in Mali. Der Europaabgeordnete Leinen beklagt, dass zu wenig zur Unterstützung der Partner unternommen werde - teilweise wurde die Hilfe aber bewusst eingestellt.
(28.01.2013) Der Europaabgeordnete Jo Leinen hat die Stadt Püttlingen aufgefordert, sich um das Schicksal ihrer Partnerstadt Ber in Mali zu kümmern. Ber gehört zum nördlichen Teil des afrikanischen Landes, das seit dem Sommer von radikalen Islamisten besetzt ist. „Es ist merkwürdig, dass weder im Rathaus noch im Stadtrat von Püttlingen irgendeine Initiative ergriffen wird, um den Menschen in der Partnerstadt zu helfen“, sagte Leinen. Gerade in Notlagen zeige sich „wirkliche Partnerschaft“.
Der Partnerausschuss von Püttlingen hat die Hilfe derzeit aber bewusst eingestellt. Es sei mit großer Sicherheit davon auszugehen, dass sämtliche Geld- und Sachspenden abgefangen würden, teilte Eugen Keffer vom Partnerausschuss dem SR mit. Man wolle nicht riskieren, im schlimmsten Fall mit den abgefangenen Spenden Waffen für die Besetzer zu finanzieren.
Direkt nach Ber in Mali besteht derzeit kein Kontakt, sondern nur über die französische Partnerstadt Saint Michel sur Orge, mit der gemeinsam Projekte in Ber gefördert werden. Aber selbst die französischen Ansprechpartner hätten derzeit Probleme, Informationen direkt aus Ber zu bekommen. Meistens würde mit Menschen in Nachbarländern telefoniert. Was von dort gemeldet werde, sei sehr beunruhigend, so Keffer.
Der Partnerausschuss stehe aber bereit zu helfen, wenn die Aussicht besteht, dass die Unterstützung auch ankommt: „Wir haben hier ein Spendenkonto. Das werden wir dann bis zum letzten Cent räumen und zur Hilfe einsetzen“, sagte Keffer.
Auch Bous unterstützt eine Stadt in Mali. Gemeinsam mit dem französischen Quétigny ist die saarländische Gemeinde in einer Dreier-Partnerschaft mit Koulikoro im südlichen Teil von Mali. Dort blieb man bislang von kriegerischen Auseinandersetzungen verschont, allerdings seien viele Flüchtlinge aus dem Norden dort aufgenommen worden.
Erst vor wenigen Tagen sei mit den französischen Partnern ein Hilfscontainer auf den Weg geschickt worden, sagte Michael Pohl vom Verein für Städtepartnerschaft und Zusammenarbeit Bous. Der geplante Bau einer Gesundheitsstation wurde allerdings zunächst verschoben. Auch ein Treffen mit Vertretern der afrikanischen Gemeinde, das ursprünglich für Februar geplant war, wurde auf den Mai vertagt, so Pohl. Es sei schwierig, derzeit Visa für die Einreise nach Deutschland - oder insbesondere nach Frankreich - zu bekommen.