
Der Landesgeschäftsführer der Saar-Linken, Sigurd Gilcher, ist zurückgetreten. Der 67-Jährige sagte dem SR, es habe unüberbrückbare Differenzen gegeben. Offenbar gab es Streit über die Finanzen der Partei. Gilchers Amtszeit wäre eigentlich noch bis November gelaufen.
(08.02.2013) Gilcher wollte keine weiteren Einzelheiten zu den Gründen seines Rücktritts nennen. Der Landesvorsitzende Rolf Linsler teilte aber mit, es habe Meinungsverschiedenheiten darüber gegeben, wo die Partei ein Darlehen aufnehmen soll. „Der Landesvorstand hat dazu eine einstimmige Entscheidung getroffen, die Sigurd Gilcher nicht mittragen wollte“, sagte Linsler. Außerdem habe auch die zeitliche Belastung, die dieses Ehrenamt mit sich bringe, ein Rolle gespielt.
Die Saar-Linken sind seit der letzten Landtagswahl finanziell in der Klemme – das Wahlkampfbudget soll um 150.000 Euro überschritten worden sein. In der jüngsten Vorstandssitzung gab es nach SR-Informationen Streit über die Frage, wie das Defizit ausgeglichen werden soll. Gilcher wollte - wie in solchen Fällen üblich - die Bundespartei um ein Darlehen bitten. Allerdings hätte es Auflagen gegeben, ein Konzept um den klammen Landesverband zu sanieren.
Parteichef Linsler entschied sich schließlich für einen Kredit bei der Sparkasse Saarbrücken, in deren Verwaltungsrat er sitzt. Der Zinssatz soll bei 2,99 Prozent liegen, letztlich kostet das die Partei rund 10.000 Euro mehr. Linsler sagte dem SR, die Auflagen des Bundesvorstandes seien für ihn nicht akzeptabel gewesen.
Der Bundesschatzmeister der Linkspartei, Raju Sharma, hat das Verhalten des Landesverbandes Saar bedauert. Sharma bestätigte dem SR, dass die Bundespartei ein zinsloses Darlehen zur Verfügung gestellt hätte. Dies wäre für den Landesverband besser und billiger gewesen.
Der bisherige Schriftführer im Vorstand, Dennis Bard, soll bis zur nächsten Landesvorstandssitzung kommissarisch die Funktion des Landesgeschäftsführers übernehmen. Dort werde über die Nachfolge entschieden.