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Saarländischer Rundfunk
Stahlarbeiter bei der Arbeit an einem Hochofen (Foto: dpa)

Das Wirtschaftsjahr im Saarland

Nach dem Boomjahr 2011 ist das Wirtschaftswachstum im Saarland deutlich hinter dem Bundesschnitt zurückgeblieben. Während einige Branchen zulegen konnten, verzeichneten andere aufgrund der schwachen Weltwirtschaft deutliche Rückgänge. Positive Nachrichten gibt es hingegen von einigen Handelszweigen.

(28.12.2012) Nachdem die Saar-Wirtschaft in den schweren Jahren nach der weltweiten Wirtschaftskrise gute Zahlen erzielen konnte und das Wirtschaftswachstum an der Saar 2010 und 2011 im Bundesländervergleich sogar an der Spitze lag, hat sich der konjunkturelle Aufschwung in diesem Jahr deutlich abgeschwächt. So lag das Wachstum im ersten Halbjahr 2012 bei plus 0,5 Prozent und damit deutlich unter dem bundesweiten Schnitt von 1,1 Prozent.

Vor allem das Verarbeitende Gewerbe verzeichneten dabei starke Rückgänge sowohl bei den Aufträgen als auch beim Umsatz. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes ging der Umsatz in der Stahlindustrie um 8,5 Prozent zurück, die Aufträge sogar um 13,5 Prozent. Auch der Zweig des Maschinenbaus spürte die Folgen der schwachen Weltwirtschaft und verzeichnet einen Auftragsrückgang von 6,1 Prozent. Der Umsatz bleibt allerdings noch im positiven Bereich und konnte um knapp fünf Prozent gesteigert werden. Einzig die Automobilhersteller und die Zuliefererbranche konnte im Jahr 2012 sowohl Auftragslage als auch Umsätze deutlich steigern.

Handel auf gutem Niveau, Preise steigen

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zieht der saarländische Handel eine positive Bilanz. Vor allem bei Lebensmitteln, Kommunikations- und Informationstechnik sowie Sport- und Spielwaren griffen die Saarländer gerne zu. Der Handel mit Kraftfahrzeugen ging allerdings drastisch zurück. Bis Oktober verzeichnete die Branche Umsatzeinbußen von 13 Prozent.

Die Preisniveaustabilität konnte 2012 nicht gewahrt werden. Saarländer mussten bis November für einen vergleichbaren Warenkorb tiefer in die Tasche greifen als der Schnitt der Bundesbürger. Insgesamt stiegen die Verbraucherpreise um 2,3 Prozent. Im Bundesschnitt wurde die kritische Schwelle von plus zwei Prozent nicht überschritten.

Beschäftigungsrate steigt - Arbeitslosenzahlen auch

Bundes- wie landesweit ist die Beschäftigung im Jahr 2012 gestiegen. Bis September waren im Saarland 1754 (0,5 Prozent) mehr Menschen in sozialversicherungspflichtigen Jobs gemeldet als im Vergleichszeitraum 2011. Auf Bundesebene stieg die Zahl der Beschäftigten um 407.000 Menschen (1,4 Prozent) auf insgesamt 29,39 Millionen.

Gleichzeitig hat aber auch die Zahl der Arbeitslosen zugenommen. Bis November waren 33.757 Saarländer arbeitslos gemeldet. Das bedeutet einen Anstieg von 7,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Arbeitslosenquote im Saarland liegt mit 6,6 Prozent leicht über dem Bundesschnitt von 6,5 Prozent.

Weniger Babys, weniger Saarländer

Zurückgegangen ist hingegen die Bevölkerungszahl. In den ersten acht Monaten verzeichnete das kleinste Flächenland Deutschlands einen Bevölkerungsrückgang von 0,3 Prozent. Insgesamt lebten 1.010.561 Menschen im Saarland. Das liegt vor allem daran, dass weniger Babys geboren werden als Menschen sterben. Abgemildert wird die Zahl durch eine Einwanderungen ins Saarland.

(kbl)

Letzte Aktualisierung: 28.12.2012 - 11:42:06 Uhr (CET)
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