Jahrelang war Mike Frantz der Pechvogel beim 1. FC Nürnberg. Verletzungen und Blessuren warfen den 26-jährigen Saarländer immer wieder zurück. Doch in der Hinrunde der aktuellen Runde konnte er sich stabilisieren und einen Stammplatz erkämpfen.
(29.12.2012) Sprunggelenksverletzung, Bauchmuskelzerrung, Muskelfaserriss, Zehenverletzung, Adduktorenprobleme, Infekte, Krankheiten usw. - die Krankenakte von Mike Frantz der vergangenen Jahre ist prall gefüllt. Auch in dieser Saison blieb er nicht verschont und musste einige Male kürzertreten. Der Unterschied zu den Vorjahren: Dieses Mal waren die Pausen deutlich kürzer, so dass Frantz es endlich wieder schaffte, seinen Rhythmus zu finden.
Zwölf Mal stand er in dieser Saison bislang auf dem Platz und darf somit getrost als Stammspieler bezeichnet werden. Das rührt allerdings nicht nur davon, dass Frantz so fit ist wie seit Jahren nicht mehr. Der Liebling der Nürnberger Fans hat seine Spielweise in der Hinrunde etwas umgestellt. Insgesamt wirkt er inzwischen überlegter, reifer, gestaltet sein Spiel variabler als noch vor ein paar Jahren - und ist damit in der Nürnberger Mannschaft ein echter Fixpunkt. Egal, ob er über links, rechts oder, wie zuletzt immer öfter, durch die Mitte kommt. Seinen Platz im Team scheint der Kämpfertyp Frantz derzeit sicher zu haben. Und das ist nach der langen Leidenszeit durchaus bemerkenswert.
Für seinen Club lief es an den ersten 17 Spieltagen recht ordentlich. Nach einem furiosen Saisonauftakt musste man zwar etwas Federn lassen, liegt derzeit aber acht Punkte vor dem Relegationsplatz auf Rang 14. Spannend wird es nun sein, wie man auf den überraschenden Weggang von Trainer Dieter Hecking reagiert. Auch für Frantz werden die Karten in der Winterpause unter Heckings Nachfolger Michael Wiesinger neu gemischt.
Dass dieser auf den Kämpfertypen aus dem Saarland verzichtet, ist aber sehr unwahrscheinlich. Schließlich weiß man in Franken, welch große Identifikationsfigur Frantz ist. Erst im Sommer wurde sein Vertrag bis 2015 verlängert. Darüberhinaus betonte der Spieler immer wieder, wie verbunden er sich mit dem Verein fühlt. Einen Wechsel könne er sich, wenn überhaupt, nur bei einem Angebot aus der englischen Premier League vorstellen, erklärte Frantz bereits mehrfach. Zunächst dürfte er aber einfach nur froh sein, über einen längeren Zeitraum von Verletzungen verschont zu bleiben.