Auf dem vierten Tabellenplatz überwintert Aufsteiger Eintracht Frankfurt in der Bundesliga und ist damit eine der größten Überraschungsmannschaften der Hinrunde. Einen wesentlichen Anteil daran hatte mit Kevin Trapp auch ein Saarländer. Dabei erwischte der junge Torhüter in Frankfurt alles andere als einen Start nach Maß.
(30.12.2012) Sein erstes Pflichtspiel im DFB-Pokal gegen Zweitligist Erzgebirge Aue im August war nämlich bereits nach 19 Minuten beendet. Nach einem Patzer der Eintracht-Abwehr kassierte Trapp eine rote Karte und sah sich umgehend einer aufkeimenden Torwartdiskussion ausgesetzt. Obwohl nicht wenige damals nach Vereinsurgestein Oka Nikolov schrien, hielt Trainer Armin Veh dem 22-jährigen Neuzugang vom 1. FC Kaiserslautern die Treue. Und das stellte sich als absolut richtige Entscheidung raus.
Fortan zeigte Trapp in der Bundesliga teils überragende Leistungen. 70 Prozent der auf sein Tor abegegebenen Torschüsse konnte der gebürtige Merziger parieren und machte sich darüber hinaus auch als „mitspielender Torhüter“ einen Namen. Nicht selten fungierte er als Initiator gefährlicher Angriffe. Ein weiterer Beweis für seine starke Hinrunde: Mit einem Notenschnitt von 2,26 liegt er im Fachmagazin kicker gemeinsam mit René Adler derzeit bundesligaweit auf dem zweiten Rang. Nur Bayern Münchens Starspieler Franck Ribéry erreicht einen besseren Wert.
Die 1,5 Millionen Euro, die Frankfurt als Ablöse zahlte, scheinen also mehr als gut investiert. Das sieht auch Trainer Veh so, der den Saarländer jüngst als jungen und dynamischen Torhüter beschrieb, der über eine gute Sprungkraft und eine super Mentalität verfüge. Doch damit nicht genug. Denn geht es nach Veh ist Trapp über kurz oder lang auch ein Kandidat für die Nationalmannschaft.
Neuland würde Trapp bei einer Nominierung durch Joachim Löw nur bedingt betreten. Bereits in zahlreichen Jugendnationalmannschaften trug der Torhüter das Trikot des DFB. Das letzte Mal war er vor über einem Jahr für die U21 im Einsatz. Eine Option ist Trapp auch für die im kommenden Juni stattfindende Europameisterschaft des Nachwuchsteams. Auch wenn er mit Fabian Giefer (Fortuna Düsseldorf), Oliver Baumann (SC Freiburg) und Bernd Leno (Bayer Leverkusen) starke Konkurrenz hat. Doch sollte der saarländische Keeper seine sehr guten Leistungen in der Rückrunde bestätigen, dürfte er seinen Platz im Team von Rainer Adrion sicher haben.