Direktanwahl von Seitenabschnitten

SR 3 Saarlandwelle

SR 3 Saarlandwelle

sr-3-banner-service-415 (Foto: SR)
Solarstromanlage (Foto: dpa)

Mit Sonnenwärme heizen

Photovoltaik boomt! Eine staatlich garantierte Einspeisevergütung sorgt für eine sichere Rendite. Die Solarthermie gerät dagegen immer mehr ins Abseits. Dabei kann ihr Einsatz für viele sinnvoll sein.

(17.01.2013) Photovoltaik, ist in aller Munde. Solarthermie ist stark in Vergessenheit geraten. Dabei ist sie älter als die Photovoltaik und gilt als etablierte, ausgereifte Technik der Sonnenenergienutzung. Sonnenkollektoren auf dem Dach fangen die Sonnenstrahlen auf und wandeln sie mithilfe von Absorbern in nutzbare Wärme statt Strom um. Über einen Kreislauf gelangt die Wärme in einen zentralen Hausspeicher.

Für den Eigenbedarf

Über den Wärmespeicher wird Wasser zum Spülen, Duschen und Waschen erwärmt und in der kalten Jahreszeit kann er zusätzlich die Heizung im Haus wesentlich unterstützen. Schätzungsweise werden in einem durchschnittlichen Privathaushalt rund 85 Prozent des Energiebedarfs für Warmwasser und Heizung benötigt - das könnte mit einer thermischen Solaranlage gedeckt werden. Der Geschäftsführer der Arge Solar Saar, Ralph Schmidt, sieht darin den wesentlichen Unterschied zur Photovoltaik. Bei der Solarthermie wird die Sonnenenergie gezielt für den eigenen Bedarf genutzt. Bei der Photovoltaik wird, unabhängig vom eigenen Verbrauch, so viel Strom produziert wie möglich. Der Staat garantiert dessen Abnahme.

Kombi-Anlage

Die Arge Solar empfiehlt in der Regel den Einbau eine Kombi-Anlage für Warmwasser und Heizungsunterstützung. Solarthermie mache aber nur dann Sinn, wenn gleichzeitig die Heizungsanlage komplett erneuert bzw. wenn diese nach einem Neubau oder einer Komplettsanierung neu installiert wird.

Hoher Warmwasserverbrauch

Will man sein Haus mit Sonnenwärme heizen, sollte eine gute Hausdämmung vorhanden sein, so Ralph Schmidt von der Arge Solar. „Bei einem Ein- bis Zweifamilienhaus ist eine Solarkollektorfläche auf dem Dach von sechs bis zehn Quadratmetern üblich. Für eine solche Anlage ist zwischen 6000 und 9000 Euro in der Anschaffung zu rechnen“, so Schmidt. Dabei gilt: Je größer das Wohnhaus ist und je mehr Personen darin wohnen „also folglich je größer der Warmwasserbedarf ist“ desto größer ist der Nutzen einer solarthermischen Anlage.

Staat fördert nur die Investition

Bei Wirkungsgrad und Nutzen befindet kann die Solarthermie mit der Photovoltaik locker mithalten. Doch bei der Förderung tun sich große Unterschiede auf. Die Forschungsstelle für Energiewirtschaft in München hat eine erhebliche Differenz zwischen der Photovoltaikförderung und den Zuschüssen für Solarthermie festgestellt, obwohl Solarkollektoren bei gleicher Fläche einen höheren nutzbaren Energieertrag haben können. Während der Gesetzgeber Solarstrom durch eine über 20 Jahre garantierte Vergütung pro eingespeiste Kilowattstunde fördert, wird bei der Solarthermie nur die Investition bezuschusst. Der Bund unterstützt nur den Einbau kombinierter Anlagen für Bestandsbauten, mit mindestens 1500 Euro. Die KfW-Bank hilft mit zinsgünstigen Krediten. Das Landesförderprogramm „Klima Plus Saar“ fördert beispielsweise nur die Installation von Solarkollektoren zur Warmwasserbereitung, bei einem Einfamilienhaus pauschal mit 500 Euro.

„Erst beantragen, dann beauftragen“

Wer die Anschaffung einer Solaranlage überlegt, sollte sich genau beraten lassen, zum Beispiel bei den Verbraucherzentralen, Handwerksbetrieben oder Energieberatungsagenturen. Grundsätzlich gilt: Genau überlegen, wie viel Energie man tatsächlich verbraucht und was daher wirklich sinnvoll ist. Ralph Schmidt von Arge Solar warnt: Bevor man irgendwo unterschreibt, sollte der Kunde genau klären, welches Förderprogramm infrage kommt. „Erst beantragen, dann den Einbau beauftragen."

Fazit:

Solarthermie ist eine Alternative. Sonnenstrom kann über Netze leichter transportiert werden als Wärme und faktisch universell einsetzbar. So kann auch mit Strom problemlos Wärme produziert werden. Dennoch wird Solarwärme nach wie vor als wichtige Alternative angesehen. Die Systeme gelten als ausgereift, bieten einen höheren Wirkungsgrad als Solarzellen und in modernen energieeffizienten Häusern senken sie die Heizungskosten spürbar. Viele Experten sehen einen langfristigen Vorteil, denn Energieträger werden immer teurer. Die Sonne wird aber auch in Zukunft kostenlos scheinen.

(Marc Hoffmann )

Letzte Aktualisierung: 22.01.2013 - 11:15:37 Uhr (CET)
Der Saarländische Rundfunk ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.
23.05.2013
Saarlandwetter
Sonnig mit Regenschauern Stark bewölkt mit Schauern
Fr Sa
HF Nachrichten
SR Online-Radio
Teaserbild
Jetzt läuft...
Musik hören (Foto: dpa)
Musikrecherche
SR 3 Musikrecherche (Foto: SR)
Mail ins Studio
Teaserbild SR 3 Mail ins Studio (Foto: SR/dpa)
Verkehrsmeldungen
Teaser: Verkehrsmeldungen (Foto: dpa)
Hörfunkbeiträge
Teaserbild Mediathek (Foto: SR)
SR 3 Region
Teaserbild
SR 3 Hörerthema
Teaser: SR 3 Hörerthema (Foto: dpa)
ARD Hitnacht
Teaserbild
SR 3 Wunschkonzert
Teaserbild
SR 3 Schlagerparade
Teaserbild SR3 Schlagerparade (Foto: SR/Pressefotos)
SR 3 Rezepte
Teaserbild
Treffpunkt Ü-Wagen
Teaserbild