
In Püttlingen sorgen zwei neue, moderne, stationäre Blitzer für einige Diskussion. Zum einen wegen des Standortes, zum anderen wegen der Beteiligung von privaten Betreibern an dieser Form der Verkehrskontrolle.
(25.01.2013) Seit einer Woche wird in Püttlingen stationär geblitzt - und zwar an zwei Stellen und mit im Saarland völlig neuen Geräten. Die beiden schlanken Säulen stehen im Ortseingang von Völklingen kommend und in der 30er-Zone bei der Zufahrt zur Knappschaftsklinik.
Die Blitzer sammeln Daten rund um die Uhr, messen das Verkehrsaufkommen - und zwar in beiden Richtungen - und blitzen, wenn die Höchstgeschwindigkeit um mehr als 9 km/h überschritten wird.
Die Zufahrt zum Krankenhaus, an der auch ein Altenwohnheim und der Friedhof der Stadt liege, sei eigentlich eine Wohnstraße mit vielen jungen Familien, sagt Bernd Bläs, Leiter des Fachbereiches Bürgerdienste bei der Stadtverwaltung Püttlingen. Das Verkehrsaufkommen dort sei sehr hoch und die mobilen Messungen der Vergangenheit hätten gezeigt, dass hier vielfach mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren werde.
Am ersten Tag, an dem die Anlage in Betrieb war, habe es 118 Verstöße gegeben, sagt Bless. Diese Zahl habe sich dann innerhalb einer Woche halbiert. Die seit einer Woche durchgeführten Messungen mit der neuen Blitzersäule hätten ergeben, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit der rund 3000 Fahrzeuge, die die Stelle täglich passierten, um rund 5 km/h zurückgegangen sei.
Der ADAC zeigte sich von diesem Ergebnis durchaus überzeugt, kritisiert jedoch, dass die Blitzer von Privatfirmen betrieben werden. Dies sei eigentlich eine Aufgabe der öffentlichen Hand. Wenn Privatunternehmen an dem Bußgeldergebnis beteiligt werden, „nährt das den Verdacht, dass es sich um Abzocke handelt“, sagt Frank Finkler vom ADAC. Um größeren Ärger bei den Autofahrern zu vermeiden, empfielt er der Stadt, die Blitzanlage durch Schilder kenntlich zu machen. Sollte die Anlage dauerhaft in Betrieb bleiben, werde man sicherlich solche Schilder aufstellen, so Bless.